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Vanlife meets Fitness war einmal – jetzt beginnt etwas Neues

vor 6 Tagen
6 Min. Lesezeit

Es ist viel passiert in den letzten sechs Monaten! Ich sitze gerade auf unserem sonnigen Balkon am Bodensee und stelle fest, dass ihr uns ursprünglich wegen Vanlife und Online-Fitnesskursen gefolgt seid und nun eine Mietwohnung und eine Festanstellung zu sehen bekommt.  Ich glaube, es gibt Klärungsbedarf! ;-)

Seit mittlerweile mehr als neun Monaten ist es her, dass unser Camper in Serbien auf der Strecke geblieben ist. Aus einem zunächst vermeintlich kleinen elektronischen Schaden wurde rückblickend ein riesiges Desaster. Zwischenzeitlich wurden sogar Begriffe wie „wirtschaftlicher Totalschaden“ in den Raum geworfen. Umso glücklicher waren wir, als wir unseren Camper nach vier Werkstätten und über vier Monaten endlich wieder mit nach Hause nehmen durften.

Und ja, in dieser Zeit hatten wir uns langsam wieder ein neues Zuhause aufgebaut. Niemals hätten wir vor unserer Reise gedacht, dass wir innerhalb eines einzigen Jahres wieder vom Vanlife in eine neue Wohnung ziehen würden. Und ihr wahrscheinlich auch nicht. ;-)

Doch ihr kennt das bestimmt: Manchmal ergeben sich im Leben Chancen, die man einfach nutzen sollte.


Winterpläne, Camperchaos und drei Wochen Sri Lanka

Der Winter im Camper ist deutlich anstrengender, unspektakulärer und einsamer als der Sommer. Das wussten wir vorher und hatten deshalb großen Respekt vor dieser Zeit. Als wir dann in Serbien festsaßen und wirklich sehr, sehr viel Zeit zum Nachdenken hatten, spielten wir alle möglichen Szenarien für den Winter durch – natürlich immer in der Annahme, dass unser Camper bald wieder laufen würde.

Fahren wir nach Spanien, wo vermutlich viele andere Camper überwintern? Verbringen wir den Winter in den Alpen, nehmen uns eine Ferienwohnung und gehen viel snowboarden? Oder buchen wir einen Flug nach Asien und bleiben dort einige Wochen, bis das Wetter in Europa wieder schöner wird?

Vieles sprach für Letzteres. Nur Ebby, unser kleines, süßes Anhängsel auf vier Pfoten, musste noch untergebracht werden.

Doch dann kam erst einmal das große Camper-Desaster. Von Serbien ging es in die Schweiz zu Andis Bruder. Von dort aus fuhren wir mit einem Mietwagen kurz in die Heimat, um Ebby bei meinen Eltern unterzubringen. Anschließend verbrachten wir tatsächlich drei wunderschöne Wochen in Sri Lanka.


Während dieser Zeit wurde allerdings immer deutlicher, dass wir uns wieder einen festen Wohnsitz wünschten. Denn das war schließlich auch einer der Gründe gewesen, warum wir uns überhaupt auf unsere Reise begeben hatten.

Ein neues Zuhause – aber wo?

Vor unserer Reise schwebte uns eine ländliche Gegend mit einem kleinen Haus, einem netten Garten und Tieren vor. Doch während unserer Reise merkten wir ziemlich deutlich, dass wir einfach Menschen um uns herum brauchen. Wir lieben die Natur, genießen es aber genauso, in Gesellschaft zu sein.

Also musste eine neue Idee her.

Wir wollten Berge, Möglichkeiten zum Schwimmen und mehr Sonne. Andi wollte wieder als Sporttherapeut arbeiten und ich meinen Kindheitstraum verwirklichen: ein eigenes kleines Studio oder zumindest eigene Kurse anbieten.

Zunächst kamen dafür eigentlich nur Deutschland oder die Schweiz infrage. Die Schweiz schied allerdings recht schnell aus – zu viele Hürden für die Selbstständigkeit und auch für Andis berufliche Möglichkeiten.

Also waren wir gedanklich wieder in Deutschland. Bei unseren Recherchen stellten wir fest, dass es unglaublich viele Rehakliniken am Bodensee gibt. Und je länger wir darüber nachdachten, desto mehr wurde uns klar, dass diese Region perfekt für uns sein könnte.

Bewerbungen wurden verschickt und die ersten Einladungen zu Vorstellungsgesprächen für Andi folgten.

Meine liebe, 91-jährige Großtante wohnt ebenfalls am Bodensee. Also dachte ich mir, dass ich sie einfach einmal kontaktieren könnte. Sie bot uns an, so lange bei ihr zu bleiben, bis wir alles geklärt hatten.


Und spätestens, als wir mit der Fähre von Meersburg nach Konstanz fuhren, uns bereits im März die Sonne ins Gesicht schien und wir auf den glitzernden See blickten, wussten wir es einfach:

Hier wollen wir wohnen.

Nach nur vier Wohnungsbesichtigungen und ein paar Vorstellungsgesprächen stand unsere Entscheidung fest: Wir versuchen es hier!

Die Wohnung war perfekt. Etwas ländlich gelegen, aber trotzdem nah an der nächsten Stadt. Keine Höhenmeter in Sichtweite – das sollte das Joggen erleichtern, dachte ich mir. ;-)

Dritter Stock, sodass wir aus jedem Fenster sehen können, wo die Sonne gerade steht und untergeht. Und dann auch noch der Seeblick vom Balkon!

Als besonderes Highlight hatte die Wohnung sogar einen ausgebauten Dachboden, in dem ich direkt meine Vision von einem kleinen Studio vor mir sah.

Es soll wohl so sein, dachten wir beide.

Ankommen, neu anfangen und Pläne schmieden

Noch mit Mietwagen und Handgepäck ging es schließlich in unsere zunächst ziemlich leere Wohnung. Nach und nach richteten wir uns ein und mit jedem Tag fühlte sich die Wohnung ein bisschen mehr nach unserem Zuhause an.

Während Andi irgendwann seinen neuen Job antrat, war es für mich an der Zeit, nach 20 Jahren meinen bisherigen beruflichen Weg hinter mir zu lassen, mich in verschiedene Richtungen weiterzubilden, meine Gedanken zu sortieren und meiner Kreativität wieder mehr Raum zu geben.

Ich ließ mich online im Sportbereich weiterbilden, schlug mich mit Behörden herum, erstellte meine Homepage und Flyer und änderte meine Pläne gefühlt 20 Mal.

Ursprünglich wollte ich es komplett mit der Selbstständigkeit versuchen. Doch irgendwie fühlte sich das für mich plötzlich nach einer Nummer zu groß an. Was, wenn es doch nicht so läuft? Diesem Druck fühlte ich mich einfach nicht gewachsen.

Zwischendurch dachte ich sogar daran, alles wieder hinzuschmeißen, weil die Genehmigungen und der ganze bürokratische Aufwand einfach unendlich lange dauerten. Auch mein Steuerberater hatte mir mit seinen Bedenken ganz schön Angst gemacht.

Letztendlich habe ich diese Zeit aber sinnvoll genutzt und für mich eine Lösung gefunden, die sich richtig gut anfühlt.

Ich habe mir einen kleinen Halbtagsjob in der Verwaltung eines wunderschönen Hofguts gesucht. Dort werde ich gemeinsam mit einer sehr netten Kollegin die Buchhaltung aufbauen, Projekte übernehmen und möglicherweise auch kreative Bereiche mitgestalten. Ich kann mich zu 100 % mit diesem Hof identifizieren und freue mich riesig auf die neue Herausforderung.

Darüber hinaus gebe ich hier seit zwei Monaten wieder Fitnesskurse in einem wundervollen Kursstudio. Und als drittes Standbein habe ich mir nun meinen Wunsch von einem kleinen eigenen Studio auf dem Dachboden erfüllt, das natürlich auch langfristig wachsen darf.

Melo Move – ein Raum für Frauen, die nicht mehr perfekt sein müssen

Mit meinem kleinen Studio möchte ich einen Raum für Frauen schaffen, die sich beim Sport in großen Gruppen unwohl fühlen und sich in ihrer eigenen Haut wieder wohler fühlen möchten. Einen Raum, in dem es nicht um höher, schneller, weiter geht.

Ich habe so viele Frauen kennengelernt, die das Gefühl haben, immer viel leisten und in allem perfekt sein zu müssen. Die perfekte Familie, der perfekte Job, die perfekte Hausfrau, der perfekte Körper … Meiner Meinung nach wird dieser Anspruch immer größer. Alles soll perfekt sein.

Doch ist nicht gerade das Unperfekte das Spannende?

Denkt doch einmal an unsere Reise. Welche Geschichten erzählen wir uns selbst oder anderen nach einem Urlaub am häufigsten? Es sind doch oft die Dinge, die zunächst nicht ganz glattliefen, über die wir am Ende lachen können. Es sind die interessanten Menschen, die etwas Ungewöhnliches gesagt oder getan haben. Es sind die unperfekten Mahlzeiten, die wir uns ganz anders vorgestellt hatten, und die tollpatschigen Momente, die uns im Alltag oder auf Reisen passieren.

All diese Dinge bringen uns zum Lachen, zum Nachdenken und manchmal auch wieder ein bisschen auf den Boden der Tatsachen zurück.

Wenn wir gerade die kleinen Unperfektheiten des Lebens so sehr schätzen, warum erwarten wir dann von uns selbst, immer perfekt aussehen und alles perfekt machen zu müssen?

Ich möchte mit Melo Move einen Ort schaffen, an dem Frauen einfach sein dürfen, wie sie sind. An dem sie sich bewegen, wohlfühlen und etwas für sich tun können, ohne sich mit anderen vergleichen zu müssen. Denn Bewegung soll nicht noch ein weiterer Punkt auf der endlosen Liste der Dinge sein, die wir vermeintlich perfekt machen müssen.

Sie darf Freude machen. Sie darf guttun. Und manchmal darf sie einfach nur ein schöner Moment für uns selbst sein.

Manchmal muss man einfach etwas Neues wagen

Auch wenn unsere Vanlife-Reise nicht so lange gedauert hat, wie wir und vermutlich auch ihr erwartet hatten, konnten wir in den vergangenen Monaten trotzdem unglaublich viel lernen.

Einfach, weil wir einmal aus unserem Alltag ausgestiegen sind, neue Perspektiven gewonnen haben und nun – irgendwie komplett resettet – mit voller Energie in etwas Neues starten können.

Wir haben gemerkt, dass sich Wünsche verändern dürfen. Dass ein Plan nicht für immer der richtige sein muss. Und dass es manchmal gar nicht darum geht, unbedingt an einer ursprünglichen Vorstellung festzuhalten, sondern offen dafür zu bleiben, was sich unterwegs ergibt.

Ich kann deshalb jedem nur empfehlen, der sich gerade etwas unglücklich, unmotiviert oder irgendwie festgefahren fühlt: Probiert etwas Neues aus!

Ein neues Hobby, neue Menschen kennenlernen, ein anderer Urlaubsort, ein neuer Job oder vielleicht sogar eine neue Wohnung. Man muss ja nicht gleich sein ganzes Leben auf den Kopf stellen. Manchmal reicht schon ein kleiner Schritt, um wieder neue Energie zu bekommen und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Und wer weiß? Vielleicht ergibt sich daraus etwas, womit man vorher überhaupt nicht gerechnet hätte.

Wir hätten uns vor einem Jahr jedenfalls nicht vorstellen können, heute hier auf unserem Balkon am Bodensee zu sitzen, während Andi wieder als Sporttherapeut arbeitet und ich meine ersten Schritte mit Melo Move gehe.

Manchmal läuft das Leben eben anders als geplant. Und vielleicht ist genau das das Schöne daran.

Wenn ihr miterleben möchtet, wie mein kleines Business wächst und was sich daraus entwickelt, dann folgt mir gerne auf Instagram unter @m.e.l.o.move.

Ich freue mich, wenn ihr dabei seid!

Eure Michi ❤️

 
 
 

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